Ostertaler-Tagebuch

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Schein und Sein



Hat man Geld, dann hat man Sorgen. Das Sprichwort stimmt, wobei man nat?rlich bestimmt auch Sorgen hat, wenn man kein Geld hat und deswegen das essen mu?, was andere Leute weggeworfen haben. Diese letzteren Sorgen sind allerdings grundverschieden von denen, die man hat, sobald man als armer Student zu ein wenig Geld gekommen ist. Sofort scharen sich Horden von Finanzberatern und Versicherungsvertretern vor der Klingel und zerfleischen sich gegenseitig. Und hat man dann seine Kr?ten endlich erfolgreich angelegt, dann kommt der "Finanzoptimierer", f?r den man sich letztenendes entschieden hat, pl?tzlich daher und sacht "Verkaufen, verkaufen! Machen Sie einen Termin mit mir!"


Zu diesem Behufe begab sich meinereiner heute in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, und h?tte mich mein "Finanzoptimierer" nicht mit hingenommen von Mainz aus, h?tte ich deren B?ro niemals gefunden. Mitten in einem Industriegebiet, ?ber einer Autowerkstatt und einem Fitne?center, der Eingang direkt neben der Montagehalle der Werkstatt. Nicht gerade ein Umfeld, mit dem man gro? protzen kann. Nun, mir soll's recht sein, mir ist es lieber, ich werde vern?nftig beraten, als da? meine Bank oder wer auch immer sich mit unter anderem meinem Geld riesige Glaspal?ste ?berall in der Republik aufstellt.


Hat man denn das B?ro im dritten Stock (ohne Aufzug) erreicht und tritt ein, so ?ndert sich der Eindruck schlagartig: drinnen ist man auf ein Erscheinungsbild bedacht, da? wohl "schlicht und elegant" wirken soll, was jedoch aufgrund der billigen Teppiche und der bereits jetzt (obschon die B?ror?ume offenkundig erst vor kurzem bezogen wurde) etwas traurig dah?ngenden Stechpalmen in allen Ecken nicht so recht gelingen mag. Aber egal, von Prunk und Tand m?gen sich andere Leute beeindrucken resp. vom Fehlen desselben abschrecken lassen, nicht so meinereiner, denn wie bereits erw?hnt...


Nein, was das ganze erst ins L?cherliche zog, waren die Bilder, die allenthalben an den W?nden befestigt waren und von denen man nicht wusste, ob sie die Kunden oder die Mitarbeiter motivieren sollten. Dargestellt waren kompetent dreinblickende Leute in schicken Anz?gen (resp. Kost?m f?r die Quotenfrau), untertitelt mit "Kompetenz", eine (photographisch und motivm??ig gar nicht schlecht getroffene) Tauziehmannschaft mit der Unterschrift "An einem Strang ziehen - TEAMWORK" und desgleichen mehr.


Teamwork




Da? die Beratung dann letzten Endes im Absolvieren eines computergest?tzten Tests bestand, f?hrte das dann doch ein wenig ad absurdum. Trotzdem bin ich mit der Firma immer noch recht zufrieden...

25.1.06 21:56


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